Stellungnahme zu Reaktionen auf die Plakatkampagne “Haben wir die Wahl?”

PolKampAmpelNach Kritik an unserer Kampagne zur Kommunalwahl, sie rufe zum Wahlboykott auf, wollen wir dazu folgende Stellungnahme veröffentlichen (hier auch als pdf): Zusammen e.V. ist ein Verein, der Lohnabhängige im Stadtteil organisiert. Viele unserer 140 Mitglieder sind von Erwerbslosigkeit, Niedriglohn, Wohnungsnot und Aufenthaltsproblemen betroffen. Unsere Ziele sind die Aufklärung über die eigenen Rechte und gesellschaftlichen Verhältnisse sowie gemeinsames solidarisches Handeln. Wir denken, dass nur wenn Lohnabhängige ihre Interessen erkennen und sich zusammenschließen, sie sich gegen die Angriffe wehren können.

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Alltäglicher Rassismus

rassismus stoppenDas Thema Rassismus in den Köpfen und bei Behörden hat uns in den letzten Tagen wieder einmal konkret beschäftigt. Nicht weil wir schon seit über vier Wochen das Thema aufgrund der unerträglichen Medienhetze vor allem gegen muslimische Migranten diskutieren und überlegen, wie wir als Verein darauf reagieren. Ganz konkret konnten wir sehen, wie es ist wenn eine muslimische Familie in Rödelheim versucht in diesem Land ‘normal’ und in Frieden zu leben.
Die Familie ist schon seit über neun Monaten Zielscheibe von Belästigungen, die sie durch Nachbarn erfahren. Diese Belästigungen eskalierten in den letzten Wochen.

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Alltäglicher Rassismus

rassismus stoppenDas Thema Rassismus in den Köpfen und bei Behörden hat uns in den letzten Tagen wieder einmal konkret beschäftigt. Nicht weil wir schon seit über vier Wochen das Thema aufgrund der unerträglichen Medienhetze vor allem gegen muslimische Migranten diskutieren und überlegen, wie wir als Verein darauf reagieren. Ganz konkret konnten wir sehen, wie es ist wenn eine muslimische Familie in Rödelheim versucht in diesem Land ‘normal’ und in Frieden zu leben.
Die Familie ist schon seit über neun Monaten Zielscheibe von Belästigungen, die sie durch Nachbarn erfahren. Diese Belästigungen eskalierten in den letzten Wochen.

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“Da muss man doch die Polizei rufen”

Container“Eine Patientin verließ ihren Arbeitsplatz, das Haus der Familie, für die sie als Pflegerin arbeitete, zehn Jahre lang nur für zwei Gänge: Um die Kinder zum Kindergarten zu bringen und wieder abzuholen. Den Rest des Tages und der Nacht musste sie zur Verfügung stehen. Nach einem Selbstmordversuch behandelten wir sie regelmäßig. Sie erzählte nach und nach. Eine Operation, die eigentlich nötig gewesen wäre, schied aus. Sie wäre aus dem Krankenhaus abgeschoben worden.” Der Vertreter des Vereins Demokratischer Ärzte erzählt die Geschichte der Patientin aus Rumänien mit spürbarer Bitterheit. Heute hat die Frau einen legalen Status. So entscheiden Papiere über Rechte und Schicksale. Damit Alle ihre Rechte wahrnehmen können, wurde am Morgan des 2. September eine neue gewerkschaftliche Anlaufstelle für Migranten in prekären Arbeitsverhältnissen eröffnet.

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“Man lernt eine Fabrikarbeit, für die es keine Fabriken mehr gibt”

Willkommen bei Affentor
Die Affentor-Schneiderei Frankfurt präsentiert sich modern, schick und mit sozialem Anspruch. Die erfolgreichen Taschen werden schließlich von langzeitarbeitslosen Frauen, meist Alleinerziehenden, „in liebevoller Handarbeit” gefertigt, wie es auf der Website heißt. Das klingt für die Kunden aus dem gepflegten Nordend oder Sachsenhausen umso besser: Beim Shopping etwas Gutes tun. Die Schneiderei ist damit recht erfolgreich und bekommt Aufträge beispielsweise vom Städel, dessen Eintritt sich die liebevollen Handarbeiterinnen nicht leisten können, denn sie verdienen ganze 0,- € die Stunde.

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“Man lernt eine Fabrikarbeit, für die es keine Fabriken mehr gibt”

Willkommen bei Affentor
Die Affentor-Schneiderei Frankfurt präsentiert sich modern, schick und mit sozialem Anspruch. Die erfolgreichen Taschen werden schließlich von langzeitarbeitslosen Frauen, meist Alleinerziehenden, „in liebevoller Handarbeit” gefertigt, wie es auf der Website heißt. Das klingt für die Kunden aus dem gepflegten Nordend oder Sachsenhausen umso besser: Beim Shopping etwas Gutes tun. Die Schneiderei ist damit recht erfolgreich und bekommt Aufträge beispielsweise vom Städel, dessen Eintritt sich die liebevollen Handarbeiterinnen nicht leisten können, denn sie verdienen ganze 0,- € die Stunde.

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“Wir waren Rödelheimer” – Frau Fröhlich in Rödelheim

Vom 26. bis 28. August war Frau Edith Fröhlich (geb. Stern) mit ihrem Sohn Bill zu Besuch in Deutschland. Frau Fröhlich wuchs mit ihren Eltern, ihrer Tante, ihrem Onkel und ihrer Cousine im Haus Assenheimer Str./Alt-Rödelheim auf. Sie und ihre Eltern konnten 1939 vor dem Nazi-Terror fliehen, ihre Tante, ihr Onkel und ihre Cousine, Selma, Isidor und Renate Strauß wurden im Konzentrationslager ermordet.
Nach über 70 Jahren besuchte Frau Fröhlich den Geburtsort ihres Mannes, Walter Fröhlich, Eisenberg in der Pfalz. Während seine Eltern von den Nazis ermordet wurden, konnte er als Befreier mit der US-Armee in seinen Geburtsort zurückkehren. In Rödelheim besuchte Frau Fröhlich den 1. FC Rödelheim, dessen Vorsitzender ihr Vater bis 1931 war. Am Samstag besuchte sie ihr Elternhaus, in dessen Räumen sich heute unser Verein befindet.

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Sichtbares Zeichen gegen Rassismus setzen

http://global-solidarity.de/images/stories/Schilder/Schild.jpg

AUFKLEBER MIT DEM MOTIV DES STADTSCHILDES GIBT ES BEI UNS IM VEREIN: Alt-Rödelheim 12

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8. Sitzung des OBR 7 am 17.01.2012, TO I, TOP 4

Beschluss:

a) Die Vorlage OF 98/7 wird in folgender geänderter Fassung beschlossen:

Resolution des Ortsbeirates 7 anlässlich der rassistischen Mordserie

Ein sichtbares Zeichen setzen: Ortsbezirk 7 gegen Rassismus

“Unsere Stadtteile stehen als Teil einer interkulturellen Gesellschaft für Weltoffenheit, Toleranz und Freiheit.” (OBR- Resolution vom 25. September 2007).

Mit Entsetzen und Zorn stellen wir fest, dass in der Mitte unserer Gesellschaft eine Gruppe von jungen Menschen aus rassistischen Motiven mindestens 10 Mitbürger ermordeten. Sie konnten dies tun, weil sie ein rechtsextremistisches Netzwerk schützte und unterstützte. Das Ausmaß an Hass und Fremdenfeindlichkeit, an Perversion im Denken und Handeln, an Menschenfeindlichkeit und Verachtung innerhalb eines verfestigten rechtsextremen Milieus ist viele Jahre von den staatlichen Institutionen nicht erkannt und verharmlost worden. Das Vertrauen in die staatlichen Sicherheitsorgane ist erschüttert, und unserem Gemeinwesen ist eine wichtige Grundlage entzogen: “Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.” (Art. 1 GG)

Unser Mitgefühl gilt den Familienangehörigen, die nicht nur den Verlust eines geliebten Vaters, Bruders, Onkels, sondern auch noch Verdächtigungen und fehlende Aufklärung der Morde durchleben mussten.

Der Ortsbeirat hat sich in der Vergangenheit mehrfach einstimmig und öffentlich gegen Rechtsextreme positioniert, die “den Holocaust verleugnen, zur Gewalt gegen Ausländer und Andersdenkende aufrufen und längerfristig die parlamentarische Grundordnung abschaffen wollen.”

Aufgrund der entsetzlichen Taten ruft der Ortsbeirat im Ortsbezirk 7 alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, jeder Form von Ausländerfeindlichkeit und Rassismus sowie jeder Form von Gewalt mutig und sichtbar entgegenzutreten. Der Ortsbeirat fordert die politischen Entscheidungsgremien in Frankfurt dazu auf, mit konkreten Schritten gegen alle extremistischen Bestrebungen vorzugehen, die Aufklärungsarbeit aktiv zu fördern und sich, soweit rechtlich möglich, für ein Verbot extremistischer Organisationen einzusetzen.

b) Die Resolution wird in den Schaukästen des Ortsbeirates ausgehängt.

Abstimmung:

Einstimmige Annahme