Internationaler Frauentag 2013

Am 8. März war internationaler Frauentag. Zusammen e.V. hat sich an den Demonstrationen und Veranstaltungen beteiligt. Im Vorfeld des Frauentags haben wir zwei Mitglieder interviewt, die aus ihrem Alltag berichten. Darin drücken sich die besonderen Schwierigkeiten für Frauen in diesem Land aus, sei es bei der Kinderversorgung, den Löhnen oder auf dem Jobcenter. Die Gründerin des internationalen Frauentags, Clara Zetkin, analysierte die besondere Unterdrückung der Frau – deshalb hier ein Ausschnitt. Übrigens: Wir sind natürlich zusammen auf die Straße gegangen – Frauen und Männer – es ist unser gemeinsamer Kampf. 

„Die Frauenarbeit war von vornherein billiger als die männliche Arbeit. Der Lohn des Mannes war ursprünglich darauf berechnet, den Unterhalt einer ganzen Familie zu decken; der Lohn der Frau stellte von Anfang an nur die Kosten für den Unterhalt einer einzigen Person dar, und selbst diese nur zum Teil, weil man darauf rechnete, daß die Frau auch zu Hause weiterarbeitet außer ihrer Arbeit in der Fabrik. Was aber dem Kapitalisten die weibliche Arbeitskraft ganz besonders wertvoll machte, das war nicht nur der geringe Preis, sondern auch die größere Unterwürfigkeit der Frau. Der Kapitalist spekulierte auf diese beiden Momente:die Arbeiterin so schlecht wie möglich zu entlohnen und den Lohn der Männer durch diese Konkurrenz so stark wie möglich herabzudrücken. In gleicher Weise machte er sich die Kinderarbeit zunutze, um die Löhne der Frauen herabzudrücken; und die Arbeit der Maschinen, um die menschliche Arbeitskraft überhaupt herabzudrücken.
Das kapitalistische System allein ist die Ursache, daß die Frauenarbeit die ihrer natürlichen Tendenz gerade entgegengesetzten Resultate hat; daß sie zu einer längeren Dauer des Arbeitstages führt, anstatt eine wesentliche Verkürzung zu bewirken; daß sie nicht gleichbedeutend ist mit einer Vermehrung der Reichtümer der Gesellschaft, das heißt mit einem größeren Wohlstand jedes einzelnen Mitgliedes der Gesellschaft, sondern nur mit einer Erhöhung des Profites einer Handvoll Kapitalisten und zugleich mit einer immer größeren Massenverarmung. Die unheilvollen Folgen der Frauenarbeit, die sich heute so schmerzlich bemerkbar machen, werden erst mit dem kapitalistischen Produktionssystem verschwinden.“Clara Zetkin: „Für die Befreiung der Frau!“Rede auf dem Internationalen Arbeiterkongreß zu Paris (19. Juli 1889)

 

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