Die absolute Mehrheit der Bevölkerung ist dazu gezwungen, die Arbeitskraft zu verkaufen, um zu überleben. Sie ist lohnabhängig. Die Minderheit verfügt über die Unternehmen, die Fabriken, Maschinen, etc., sie kauft die Arbeitskraft und beutet sie aus. Der Profit ist privat.
Für die Mehrheit sind die Bedingungen unter denen sie die Arbeitskraft verkaufen müssen, überlebenswichtig. Reicht der Lohn zum Leben? Und wenn ja auf welchem Niveau? Wie sind die Arbeitsbedingungen, werde ich durch die Arbeit krank? Kann ich meine Familie ernähren?
Vorübergehende oder längere Erwerbslosigkeit ist die Erfahrung von Millionen Menschen – und entgegen der offiziellen Statistik nicht weniger sondern mehr Menschen. Wie hängen die Gesetze zu Hartz I-IV mit der Lohnhöhe zusammen? Welche Möglichkeiten gibt es, sich zu wehren – im Jobcenter oder im Betrieb? Woher kommt die Armut der Vielen und der Reichtum der Wenigen?
Mit diesen Fragen rund um Arbeit und Jobcenter beschäftigt sich die Arbeitsgruppe.
Wir bieten verschiedene Schulungen zum Thema an.
Wir nehmen an Aktionen und am Rhein-Main-Bündnis gegen Sozialabbau und Billiglöhne teil.

Kein Lohndumping mit öffentlichen Mitteln

Der Kampf bei „CeBeeF“ für den Tarifvertrag des Öffentlichen Diensts „Viele von uns müssen noch zum Jobcenter, weil der Lohn nicht zum Leben reicht“, berichtet Sven D., der als Vollzeit-Fahrer beim Club Behinderter und Ihrer Freunde e.V. (CeBeeF) angestellt ist. Wie ihm geht es einem Großteil der Belegschaft des Vereins, der sowohl ambulante Dienste für behinderte, hilfe- und pflegebedürftige Menschen jeden Alters anbietet, als auch einen Fahrdienst betreibt. Nach zähen aber konstruktiven Verhandlungen und über zehn Jahren ohne Lohnerhöhung, Weihnachts-

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Mindestlohn? Eine Frage des Standpunkts!

„Das Arbeitsentgelt muß der Leistung entsprechen und zum Lebensbedarf für den Arbeitenden und seine Unterhaltsberechtigten ausreichen.“ So steht es im Artikel 33 der Hessischen Landesverfassung. Wer für einen anderen arbeitet, soll wenigstens von seinem Lohn leben können. Das hört sich sehr bescheiden an. Finden wir. Kommt aber scheinbar ganz auf den Standpunkt drauf an: Unternehmer, Regierung und so genannte Wirtschaftsexperten finden, dass nicht der Lohn das Überleben der Beschäftigten sichern soll, sondern der Staat. Aber woher nimmt der Staat das

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Wenn wir unseren Lohn selbst bezahlen

Forscher der Universität Duisburg-Essen haben errechnet, dass etwa acht Millionen Beschäftigte weniger als 9,15 Euro brutto pro Stunde verdienen. Von diesen acht Millionen verdient die Hälfte sogar weniger als 7 Euro die Stunde, anderthalb Millionen bekommen unter fünf Euro pro Stunde. Wer als Vollzeitbeschäftigter fünf Euro pro Stunde erhält kommt im Monatsschnitt auf rund 800 Euro brutto.

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Kerzenschein dank Rechtsbruch

Immer mehr Haushalte kriegen den Strom abgeschaltet – was dagegen tun?Haben Sie schon mal ohne Strom gelebt? Eine unangenehme Vorstellung, die im vergangenen Jahr für über 200.000 Menschen in Deutschland Realität wurde. Ihnen wurde der Strom abgeschaltet, da sie die Rechnung nicht mehr bezahlen konnten, das meldet das ARD-Magazin „Report Mainz“. Bereits ein Jahr zuvor waren es mehr als 150.000 Betroffene, die bei Kerzenschein leben mussten. Der Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Ulrich Schneider, geht von einer Lücke pro 4-Personen-Haushalt von

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Kürzungen lassen wir uns nicht gefallen!

Was kann man gegen eine Sanktion vom Jobcenter machen?Im letzten Jahr haben die Jobcenter wesentlich mehr Kürzungen vorgenommen als zuvor. Mit fast 700.000 Strafmaßnahmen, so genannten Sanktionen, waren es 9 % mehr als 2010, wie die Bundesagentur für Arbeit aus Nürnberg meldete. Mehr als 140.000 Personen waren von Strafkürzungen betroffen. Die Androhung von Kürzungen betrifft aber alle, denn das als „Existenzminimum“ bezeichnete Arbeitslosengeld II reicht ohnehin nicht zum Leben. Wenn davon dann auch noch 10, 20 oder 30 Prozent abgezogen

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Kürzung als Geschenk verkauft – die Neuen Regelsätze

Die Regierung hat den Gesetzentwurf zu ALG II verabschiedet. Fünf Euro mehr im Monat und eine Bildungskarte für Kinder – mit diesen „Wohltaten“ wollte die Bundesregierung den Eindruck der Großzügigkeit gegenüber Erwerbslosen erwecken. Real wurden die Hartz IV-Regelsätze allerdings gekürzt, insbesondere bei den Schulkindern. Eine geschickte Medienstrategie sollte das Weiterdrehen der Spirale in Armut und Niedriglohn für viele Beschäftigte vertuschen. Wie wurden die realen Kürzungen vorgenommen?

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„Da muss man doch die Polizei rufen“

„Eine Patientin verließ ihren Arbeitsplatz, das Haus der Familie, für die sie als Pflegerin arbeitete, zehn Jahre lang nur für zwei Gänge: Um die Kinder zum Kindergarten zu bringen und wieder abzuholen. Den Rest des Tages und der Nacht musste sie zur Verfügung stehen. Nach einem Selbstmordversuch behandelten wir sie regelmäßig. Sie erzählte nach und nach. Eine Operation, die eigentlich nötig gewesen wäre, schied aus. Sie wäre aus dem Krankenhaus abgeschoben worden.“ Der Vertreter des Vereins Demokratischer Ärzte erzählt die

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„Man lernt eine Fabrikarbeit, für die es keine Fabriken mehr gibt“

Willkommen bei AffentorDie Affentor-Schneiderei Frankfurt präsentiert sich modern, schick und mit sozialem Anspruch. Die erfolgreichen Taschen werden schließlich von langzeitarbeitslosen Frauen, meist Alleinerziehenden, „in liebevoller Handarbeit“ gefertigt, wie es auf der Website heißt. Das klingt für die Kunden aus dem gepflegten Nordend oder Sachsenhausen umso besser: Beim Shopping etwas Gutes tun. Die Schneiderei ist damit recht erfolgreich und bekommt Aufträge beispielsweise vom Städel, dessen Eintritt sich die liebevollen Handarbeiterinnen nicht leisten können, denn sie verdienen ganze 0,- € die Stunde.

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