Mitglieder berichten

Ein Wunder! Es ist soweit!

Nach einer unglaublich langen Wartezeit habe ich nun einen Arbeitsvertrag bei der humanen Firma „WISAG“ unterschrieben. Es handelt sich hier um eine Teilzeitbeschäftigung (drei Stunden täglich von Montag bis Freitag) insgesamt 60 Stunden im Monat für einen Stundenlohn von 9.00 Euro Brutto.

„Ich hätte nicht gedacht, dass Sie arbeiten”

Mit meinen beiden Söhnen lebe ich in einer sogenannten Bedarfsgemeinschaft. Ich selbst habe einen Mini-Job, der mir monatlich 400 € einbringt und wir somit auf ergänzende Leistungen angewiesen sind. Als einer meiner Söhne ebenfalls einen Mini-Job fand und der andere sich beim Job Center als Ausbildungssuchend gemeldet hatte, brach das reine Chaos über uns herein.

Alles möglich für 6,70 € in der Stunde

leiharbeitErfahrung mit Leiharbeit - Ein Interview
Jede dritte freie Stelle ist eine Leiharbeitsstelle. Das „Jobwunder“ ist ein Lohndumping-Wunder. Die Jobcenter drücken mit Sanktionsandrohung in Leiharbeit. In fast jeder Branche und für fast jede Tätigkeit bieten Zeitarbeitsfirmen ihre „Dienstleistungen“ an. Diese sind vor allem: Kosten sparen für die Einsatzfirma durch Vermeidung von Festanstellungen. Aber auch die Spaltung der Belegschaften und das Absenken des Lohnniveaus sind auf dem Programm. In unserem Verein sind immer mehr Mitglieder von Leiharbeit betroffen. Mit Interviews unserer Mitglieder wollen wir auf die Lage der Lohnabhängigen in Frankfurt aufmerksam machen und für unsere Interessen und Forderungen Öffentlichkeit schaffen. Ergänzt durch entsprechende Hintergrundinformationen schaffen wir Bewußtsein und damit die Grundlage für gemeinsames und solidarisches Handeln. Im Folgenden die Abschrift eines Erfahrungsberichts.

Ein Bürger dieser Stadt berichtet - Offener Brief von Said Noor

http://www.mopo.de/image/view/2013/0/22/21531072,17553346,highRes,F228B101D4B24436A9318E09F64704EF.jpgFrankfurt im Februar 2011
Mein Name ist Said Noor. Ich bin Bürger der Stadt Frankfurt am Main. Weil alle meine bisherigen Bemühungen vergeblich waren, schreibe ich diesen offenen Brief. Ich möchte berichten, wie es dazu kam, dass ich seit zwei Jahren für mich und meine Familie eine Wohnung suche und nun in einer Notunterkunft lebe. Im Juni 2008 bin ich nach Deutschland gekommen. Ich wollte ganz schnell eine Wohnung finden, damit meine Familie, die noch in Afghanistan war, zu mir kommen konnte. Ich habe dann auch eine Wohnung gefunden. Es waren allerdings nur zweieinhalb Zimmer, aber meine Familie konnte erst mal nachkommen und ich habe gehofft, bald eine größere Wohnung zu finden. Im September 2008 sind dann meine Frau und meine Kinder nach Frankfurt gekommen. Die Hauptsache war, dass wir erst einmal alle zusammen waren.

Alltäglicher Rassismus

rassismus stoppenDas Thema Rassismus in den Köpfen und bei Behörden hat uns in den letzten Tagen wieder einmal konkret beschäftigt. Nicht weil wir schon seit über vier Wochen das Thema aufgrund der unerträglichen Medienhetze vor allem gegen muslimische Migranten diskutieren und überlegen, wie wir als Verein darauf reagieren. Ganz konkret konnten wir sehen, wie es ist wenn eine muslimische Familie in Rödelheim versucht in diesem Land 'normal' und in Frieden zu leben.
Die Familie ist schon seit über neun Monaten Zielscheibe von Belästigungen, die sie durch Nachbarn erfahren. Diese Belästigungen eskalierten in den letzten Wochen.

Unverschämter Anruf vom Jobcenter

http://www.wegmann-solutions.com/event-42/images/stories/symb-telefon.jpgJobcenter-Mitarbeiterin: Dies ist eine Erinnerungsanruf, Sie sind eingeladen zum Bewerbertag am 10.04.2013 in den Hainer Weg 44. Wir möchten wissen ob Sie kommen werden.
Ein Mitglied: Seit wann kontrolliert das Jobcenter, ob jemand zu einem Termin erscheint oder nicht? Und woher haben Sie eigentlich meine Telefonnummer? Warum warten Sie nicht bis zum besagten Tag, um zu sehen ob jemand nicht erscheint?
Jobcener-Mitarbeiterin: Sie wissen ja nicht, wie oft die Eingeladenen einfach nicht erscheinen. Wir haben fünf Arbeitgeber eingeladen. Wenn wir aber wissen, dass die meisten eingeladenen Kunden nicht erscheinen, dann würden wir nur einen Arbeitgeber vor Ort haben und die anderen könnten ihren anderen Verpflichtungen nachgehen.
Ein Mitglied: Für mich ist das ein Versuch mein Privatleben zu kontrollieren. Damit bin ich nicht einverstanden und bitte Sie sofort meine Telefonnummer aus ihrer Datei zu löschen, sofort!
Jobcenter-Mitarbeiterin: Sie müssen sich leider an Ihren Sachbearbeiter wenden. Ich kann Ihre Nummer nicht aus der Datei löschen...
Ein Mitglied: Das werde ich auch tun....

 

Unser Leben ist in Gefahr

Ein Flüchtling berichtet über die rassistische Verfolgung in Griechenland

Interview mit Bashirollah Safi, 24 Jahre alt. Herr Safi ist 2006 aus Afghanistan nach Pakistan geflüchtet. Sein älterer Bruder kam durch Kriegshandlungen zwischen den Taliban und US-amerikanischen Truppen ums Leben. So musste Herr Safi als nun ältester Sohn die Verantwortung für die gesamte Familie übernehmen, da der Vater schon seit längerem verstorben war. Im Mai 2006 verließ Herr Safi, im Alter von 18 Jahren mit seinem jüngeren, damals 9 Jahre alten Bruder Pakistan, um nach Europa zu gelangen. Die Flucht führte über Iran nach Griechenland.

Herr Safi, was geschah bei Ihrer Ankunft in Griechenland?
Wir mussten eineinhalb Monate im Gefängnis verbringen. Danach legte uns die Polizei ein Papier vor, das ich nicht verstand. Sie wollten, dass ich das unterschreibe. Das habe ich dann auch getan. Ich hatte Angst etwas falsch zu machen. Die Polizei begleitete uns nach draußen und wies uns auf ein Auto, das uns mitnehmen würde. Mein Bruder und ich stiegen ein. Es stellte sich heraus, dass das Kidnapper waren, die aus uns Geld herauspressen wollten.

Wohnungsnot? Selber schuld!

BildWohnungsamtNach gut sechs Wochen hat sich das Amt für Wohnungswesen Frankfurt zu einer Antwort auf den Offenen Brief Said Noors durchgerungen. Vom Dezernenten, der Oberbürgermeisterin oder den Fraktionen gibt es bisher keine Antworten. Der Brief der Amtsleiterin, Frau Meier-Sienel, ist an Zynismus nicht zu übertreffen und steht im krassen Widerspruch zu ihren wohlwollenden Aussagen bei unserer Kundgebung vor dem Wohnungsamt im Dezember letzten Jahres.
Hier der Brief im Original.

"Man lernt eine Fabrikarbeit, für die es keine Fabriken mehr gibt"

Willkommen bei Affentor
Die Affentor-Schneiderei Frankfurt präsentiert sich modern, schick und mit sozialem Anspruch. Die erfolgreichen Taschen werden schließlich von langzeitarbeitslosen Frauen, meist Alleinerziehenden, „in liebevoller Handarbeit" gefertigt, wie es auf der Website heißt. Das klingt für die Kunden aus dem gepflegten Nordend oder Sachsenhausen umso besser: Beim Shopping etwas Gutes tun. Die Schneiderei ist damit recht erfolgreich und bekommt Aufträge beispielsweise vom Städel, dessen Eintritt sich die liebevollen Handarbeiterinnen nicht leisten können, denn sie verdienen ganze 0,- € die Stunde.