Erwerbslosigkeit und Niedriglohn

Die absolute Mehrheit der Bevölkerung ist dazu gezwungen, die Arbeitskraft zu verkaufen, um zu überleben. Sie ist lohnabhängig. Die Minderheit verfügt über die Unternehmen, die Fabriken, Maschinen, etc., sie kauft die Arbeitskraft und beutet sie aus. Der Profit ist privat.

Für die Mehrheit sind die Bedingungen unter denen sie die Arbeitskraft verkaufen müssen, überlebenswichtig. Reicht der Lohn zum Leben? Und wenn ja auf welchem Niveau? Wie sind die Arbeitsbedingungen, werde ich durch die Arbeit krank? Kann ich meine Familie ernähren?

Vorübergehende oder längere Erwerbslosigkeit ist die Erfahrung von Millionen Menschen - und entgegen der offiziellen Statistik nicht weniger sondern mehr Menschen. Wie hängen die Gesetze zu Hartz I-IV mit der Lohnhöhe zusammen? Welche Möglichkeiten gibt es, sich zu wehren - im Jobcenter oder im Betrieb? Woher kommt die Armut der Vielen und der Reichtum der Wenigen?

Mit diesen Fragen rund um Arbeit und Jobcenter beschäftigt sich die Arbeitsgruppe.

Wir bieten verschiedene Schulungen zum Thema an.

Wir nehmen an Aktionen und am Rhein-Main-Bündnis gegen Sozialabbau und Billiglöhne teil.

Kürzung als Geschenk verkauft - die Neuen Regelsätze

Mildes Lächeln zur zynischen KürzungDie Regierung hat den Gesetzentwurf zu ALG II verabschiedet. Fünf Euro mehr im Monat und eine Bildungskarte für Kinder – mit diesen „Wohltaten“ wollte die Bundesregierung den Eindruck der Großzügigkeit gegenüber Erwerbslosen erwecken. Real wurden die Hartz IV-Regelsätze allerdings gekürzt, insbesondere bei den Schulkindern. Eine geschickte Medienstrategie sollte das Weiterdrehen der Spirale in Armut und Niedriglohn für viele Beschäftigte vertuschen. Wie wurden die realen Kürzungen vorgenommen?

"Da muss man doch die Polizei rufen"

Container"Eine Patientin verließ ihren Arbeitsplatz, das Haus der Familie, für die sie als Pflegerin arbeitete, zehn Jahre lang nur für zwei Gänge: Um die Kinder zum Kindergarten zu bringen und wieder abzuholen. Den Rest des Tages und der Nacht musste sie zur Verfügung stehen. Nach einem Selbstmordversuch behandelten wir sie regelmäßig. Sie erzählte nach und nach. Eine Operation, die eigentlich nötig gewesen wäre, schied aus. Sie wäre aus dem Krankenhaus abgeschoben worden." Der Vertreter des Vereins Demokratischer Ärzte erzählt die Geschichte der Patientin aus Rumänien mit spürbarer Bitterheit. Heute hat die Frau einen legalen Status. So entscheiden Papiere über Rechte und Schicksale. Damit Alle ihre Rechte wahrnehmen können, wurde am Morgan des 2. September eine neue gewerkschaftliche Anlaufstelle für Migranten in prekären Arbeitsverhältnissen eröffnet.

"Man lernt eine Fabrikarbeit, für die es keine Fabriken mehr gibt"

Willkommen bei Affentor
Die Affentor-Schneiderei Frankfurt präsentiert sich modern, schick und mit sozialem Anspruch. Die erfolgreichen Taschen werden schließlich von langzeitarbeitslosen Frauen, meist Alleinerziehenden, „in liebevoller Handarbeit" gefertigt, wie es auf der Website heißt. Das klingt für die Kunden aus dem gepflegten Nordend oder Sachsenhausen umso besser: Beim Shopping etwas Gutes tun. Die Schneiderei ist damit recht erfolgreich und bekommt Aufträge beispielsweise vom Städel, dessen Eintritt sich die liebevollen Handarbeiterinnen nicht leisten können, denn sie verdienen ganze 0,- € die Stunde.