Erwerbslosigkeit und Niedriglohn

Die absolute Mehrheit der Bevölkerung ist dazu gezwungen, die Arbeitskraft zu verkaufen, um zu überleben. Sie ist lohnabhängig. Die Minderheit verfügt über die Unternehmen, die Fabriken, Maschinen, etc., sie kauft die Arbeitskraft und beutet sie aus. Der Profit ist privat.

Für die Mehrheit sind die Bedingungen unter denen sie die Arbeitskraft verkaufen müssen, überlebenswichtig. Reicht der Lohn zum Leben? Und wenn ja auf welchem Niveau? Wie sind die Arbeitsbedingungen, werde ich durch die Arbeit krank? Kann ich meine Familie ernähren?

Vorübergehende oder längere Erwerbslosigkeit ist die Erfahrung von Millionen Menschen - und entgegen der offiziellen Statistik nicht weniger sondern mehr Menschen. Wie hängen die Gesetze zu Hartz I-IV mit der Lohnhöhe zusammen? Welche Möglichkeiten gibt es, sich zu wehren - im Jobcenter oder im Betrieb? Woher kommt die Armut der Vielen und der Reichtum der Wenigen?

Mit diesen Fragen rund um Arbeit und Jobcenter beschäftigt sich die Arbeitsgruppe.

Wir bieten verschiedene Schulungen zum Thema an.

Wir nehmen an Aktionen und am Rhein-Main-Bündnis gegen Sozialabbau und Billiglöhne teil.

Ein Wunder! Es ist soweit!

Nach einer unglaublich langen Wartezeit habe ich nun einen Arbeitsvertrag bei der humanen Firma „WISAG“ unterschrieben. Es handelt sich hier um eine Teilzeitbeschäftigung (drei Stunden täglich von Montag bis Freitag) insgesamt 60 Stunden im Monat für einen Stundenlohn von 9.00 Euro Brutto.

Kerzenschein dank Rechtsbruch

Immer mehr Haushalte kriegen den Strom abgeschaltet – was dagegen tun?
Haben Sie schon mal ohne Strom gelebt? Eine unangenehme Vorstellung, die im vergangenen Jahr für über 200.000 Menschen in Deutschland Realität wurde. Ihnen wurde der Strom abgeschaltet, da sie die Rechnung nicht mehr bezahlen konnten, das meldet das ARD-Magazin „Report Mainz“. Bereits ein Jahr zuvor waren es mehr als 150.000 Betroffene, die bei Kerzenschein leben mussten. Der Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Ulrich Schneider, geht von einer Lücke pro 4-Personen-Haushalt von 150,- € im Jahr aus, die für die Zahlung der Stromrechnung fehlen. Verantwortlich hierfür sind zum einen die Energiekonzerne, die ständig die Preise erhöhen, um ihre Profite zu steigern. Zum anderen ist die Bundesregierung , insbesondere Arbeitsministerin von der Leyen (CDU) verantwortlich. Sie wurde vom Bundesverfassungsgericht aufgefordert, die Hartz IV-Regelsätze neu zu berechnen und hat erneut absichtlich einen viel zu geringen Betrag für Stromkosten veranschlagt.

Alles möglich für 6,70 € in der Stunde

leiharbeitErfahrung mit Leiharbeit - Ein Interview
Jede dritte freie Stelle ist eine Leiharbeitsstelle. Das „Jobwunder“ ist ein Lohndumping-Wunder. Die Jobcenter drücken mit Sanktionsandrohung in Leiharbeit. In fast jeder Branche und für fast jede Tätigkeit bieten Zeitarbeitsfirmen ihre „Dienstleistungen“ an. Diese sind vor allem: Kosten sparen für die Einsatzfirma durch Vermeidung von Festanstellungen. Aber auch die Spaltung der Belegschaften und das Absenken des Lohnniveaus sind auf dem Programm. In unserem Verein sind immer mehr Mitglieder von Leiharbeit betroffen. Mit Interviews unserer Mitglieder wollen wir auf die Lage der Lohnabhängigen in Frankfurt aufmerksam machen und für unsere Interessen und Forderungen Öffentlichkeit schaffen. Ergänzt durch entsprechende Hintergrundinformationen schaffen wir Bewußtsein und damit die Grundlage für gemeinsames und solidarisches Handeln. Im Folgenden die Abschrift eines Erfahrungsberichts.

Mindestlohn? Eine Frage des Standpunkts!

MindestlohnCollage„Das Arbeitsentgelt muß der Leistung entsprechen und zum Lebensbedarf für den Arbeitenden und seine Unterhaltsberechtigten ausreichen.“ So steht es im Artikel 33 der Hessischen Landesverfassung. Wer für einen anderen arbeitet, soll wenigstens von seinem Lohn leben können. Das hört sich sehr bescheiden an. Finden wir. Kommt aber scheinbar ganz auf den Standpunkt drauf an: Unternehmer, Regierung und so genannte Wirtschaftsexperten finden, dass nicht der Lohn das Überleben der Beschäftigten sichern soll, sondern der Staat. Aber woher nimmt der Staat das Geld? Von den Werktätigen, das sind alle Beschäftigten, Handwerker, Selbständige, die darauf angewiesen sind vom Verkauf ihrer Arbeitskraft zu leben.

„Ich hätte nicht gedacht, dass Sie arbeiten”

Mit meinen beiden Söhnen lebe ich in einer sogenannten Bedarfsgemeinschaft. Ich selbst habe einen Mini-Job, der mir monatlich 400 € einbringt und wir somit auf ergänzende Leistungen angewiesen sind. Als einer meiner Söhne ebenfalls einen Mini-Job fand und der andere sich beim Job Center als Ausbildungssuchend gemeldet hatte, brach das reine Chaos über uns herein.

Kürzungen lassen wir uns nicht gefallen!

Was kann man gegen eine Sanktion vom Jobcenter machen?
Im letzten Jahr haben die Jobcenter wesentlich mehr Kürzungen vorgenommen als zuvor. Mit fast 700.000 Strafmaßnahmen, so genannten Sanktionen, waren es 9 % mehr als 2010, wie die Bundesagentur für Arbeit aus Nürnberg meldete. Mehr als 140.000 Personen waren von Strafkürzungen betroffen. Die Androhung von Kürzungen betrifft aber alle, denn das als „Existenzminimum“ bezeichnete Arbeitslosengeld II reicht ohnehin nicht zum Leben. Wenn davon dann auch noch 10, 20 oder 30 Prozent abgezogen werden, ist die Not groß. Genau das soll Menschen zwingen, jeden Job anzunehmen, ganz egal wie niedrig der Lohn, wie schlecht die Arbeitsbedingungen und die Arbeitsverträge sind. Die Strafmaschinerie wirkt.

„Das ist keine Bildung im Sinne des Gesetzes!“

Bericht von der Verhandlung zur Gemeinnützigkeit von Zusammen e.V.

 „Sie brauchen sich keine Hoffnung zu machen, ich werde im Sinne des Finanzamts entscheiden.“ Mit diesen Worten begann der Richter des Finanzgerichts die Verhandlung zur Aberkennung der Gemeinnützigkeit des Vereins Zusammen e.V. Das Finanzamt Frankfurt hatte vor drei Jahren diese Entscheidung getroffen. Dagegen wurde Klage eingereicht, am vergangenen Donnerstag fand die Verhandlung statt. Aitak Barani, Vorstand von Zusammen e.V., war von dieser schnellen Entscheidung des Richters verdutzt, ...

 

Kein Lohndumping mit öffentlichen Mitteln

http://betriebsrat-ad.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/12/brunnen-1.jpgDer Kampf bei „CeBeeF“ für den Tarifvertrag des Öffentlichen Diensts

„Viele von uns müssen noch zum Jobcenter, weil der Lohn nicht zum Leben reicht“, berichtet Sven D., der als Vollzeit-Fahrer beim Club Behinderter und Ihrer Freunde e.V. (CeBeeF) angestellt ist. Wie ihm geht es einem Großteil der Belegschaft des Vereins, der sowohl ambulante Dienste für behinderte, hilfe- und pflegebedürftige Menschen jeden Alters anbietet, als auch einen Fahrdienst betreibt. Nach zähen aber konstruktiven Verhandlungen und über zehn Jahren ohne Lohnerhöhung, Weihnachts- oder Urlaubsgeld konnte im Dezember vergangenen Jahres mit der Geschäftsführung eine Einbindung des CeBeeF in den TvöD (Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes) vereinbart werden. Vorraussetzung hierfür sind die Tariftreueerklärungen der Parteien und die Aussage der Stadt Frankfurt den TvöD im CeBeeF zu refinanzieren.

Wenn wir unseren Lohn selbst bezahlen

Forscher der Universität Duisburg-Essen haben errechnet, dass etwa acht Millionen Beschäftigte weniger als 9,15 Euro brutto pro Stunde verdienen. Von diesen acht Millionen verdient die Hälfte sogar weniger als 7 Euro die Stunde, anderthalb Millionen bekommen unter fünf Euro pro Stunde. Wer als Vollzeitbeschäftigter fünf Euro pro Stunde erhält kommt im Monatsschnitt auf rund 800 Euro brutto.