Antirassismus

Spalte und herrsche! Nach diesem Motto gehen die Mächtigen vor, um ihre Macht abzusichern. Deutsche gegen Ausländer, Erwerbslose gegen Bechäftigte, etc. Durch diese Spaltungen sollen die Lohnabhängigen davon abgelenkt werden, dass sie ein gemeinsames Problem haben. Das Problem soll nicht mehr der Unternehmer, der ausbeutet, sondern der Ausländer sein, der angeblich die Arbeit wegnimmt. Es soll nicht die Bundesregierung sein, die mit Hartz IV Armut schafft, sondern die "faulen Griechen", die uns angeblich ausnehmen.

Mit strengen Aufenthaltsgesetzen, diskriminierenden Regelungen auf dem Arbeitsmarkt und der Ausnutzung der Armut in vielen Ländern werden Menschen besonders benachteiligt und gezwungen für noch niedrigere Löhne zu arbeiten. Mit der Entrechtung und Benachteiligung sollen Löhne gedrückt werden. Um ein gemeinsames Vorgehen der Lohnabhängigen dagegen zu verhindern, werden Vorurteile geschürt bis hin zu Terrorgruppen, die mit staatlicher Hilfe Menschen ermorden.

Ob es die schikanöse Polizeikontrolle oder andere Erfahrungen von Rassismus im Alltag sind, ob es Aufenthalts- oder andere Gesetze sind - wir beschäftigen uns mit diesen Quellen von Rassismus und bieten die Möglichkeit, sich zusammen zu schließen.

Unser Leben ist in Gefahr

Ein Flüchtling berichtet über die rassistische Verfolgung in Griechenland

Interview mit Bashirollah Safi, 24 Jahre alt. Herr Safi ist 2006 aus Afghanistan nach Pakistan geflüchtet. Sein älterer Bruder kam durch Kriegshandlungen zwischen den Taliban und US-amerikanischen Truppen ums Leben. So musste Herr Safi als nun ältester Sohn die Verantwortung für die gesamte Familie übernehmen, da der Vater schon seit längerem verstorben war. Im Mai 2006 verließ Herr Safi, im Alter von 18 Jahren mit seinem jüngeren, damals 9 Jahre alten Bruder Pakistan, um nach Europa zu gelangen. Die Flucht führte über Iran nach Griechenland.

Herr Safi, was geschah bei Ihrer Ankunft in Griechenland?
Wir mussten eineinhalb Monate im Gefängnis verbringen. Danach legte uns die Polizei ein Papier vor, das ich nicht verstand. Sie wollten, dass ich das unterschreibe. Das habe ich dann auch getan. Ich hatte Angst etwas falsch zu machen. Die Polizei begleitete uns nach draußen und wies uns auf ein Auto, das uns mitnehmen würde. Mein Bruder und ich stiegen ein. Es stellte sich heraus, dass das Kidnapper waren, die aus uns Geld herauspressen wollten.

Alltäglicher Rassismus

rassismus stoppenDas Thema Rassismus in den Köpfen und bei Behörden hat uns in den letzten Tagen wieder einmal konkret beschäftigt. Nicht weil wir schon seit über vier Wochen das Thema aufgrund der unerträglichen Medienhetze vor allem gegen muslimische Migranten diskutieren und überlegen, wie wir als Verein darauf reagieren. Ganz konkret konnten wir sehen, wie es ist wenn eine muslimische Familie in Rödelheim versucht in diesem Land 'normal' und in Frieden zu leben.
Die Familie ist schon seit über neun Monaten Zielscheibe von Belästigungen, die sie durch Nachbarn erfahren. Diese Belästigungen eskalierten in den letzten Wochen.

Sichtbares Zeichen gegen Rassismus setzen

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AUFKLEBER MIT DEM MOTIV DES STADTSCHILDES GIBT ES BEI UNS IM VEREIN: Alt-Rödelheim 12

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8. Sitzung des OBR 7 am 17.01.2012, TO I, TOP 4

Beschluss:

a) Die Vorlage OF 98/7 wird in folgender geänderter Fassung beschlossen:

Resolution des Ortsbeirates 7 anlässlich der rassistischen Mordserie

Ein sichtbares Zeichen setzen: Ortsbezirk 7 gegen Rassismus

"Unsere Stadtteile stehen als Teil einer interkulturellen Gesellschaft für Weltoffenheit, Toleranz und Freiheit." (OBR- Resolution vom 25. September 2007).

Mit Entsetzen und Zorn stellen wir fest, dass in der Mitte unserer Gesellschaft eine Gruppe von jungen Menschen aus rassistischen Motiven mindestens 10 Mitbürger ermordeten. Sie konnten dies tun, weil sie ein rechtsextremistisches Netzwerk schützte und unterstützte. Das Ausmaß an Hass und Fremdenfeindlichkeit, an Perversion im Denken und Handeln, an Menschenfeindlichkeit und Verachtung innerhalb eines verfestigten rechtsextremen Milieus ist viele Jahre von den staatlichen Institutionen nicht erkannt und verharmlost worden. Das Vertrauen in die staatlichen Sicherheitsorgane ist erschüttert, und unserem Gemeinwesen ist eine wichtige Grundlage entzogen: "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." (Art. 1 GG)

Unser Mitgefühl gilt den Familienangehörigen, die nicht nur den Verlust eines geliebten Vaters, Bruders, Onkels, sondern auch noch Verdächtigungen und fehlende Aufklärung der Morde durchleben mussten.

Der Ortsbeirat hat sich in der Vergangenheit mehrfach einstimmig und öffentlich gegen Rechtsextreme positioniert, die "den Holocaust verleugnen, zur Gewalt gegen Ausländer und Andersdenkende aufrufen und längerfristig die parlamentarische Grundordnung abschaffen wollen."

Aufgrund der entsetzlichen Taten ruft der Ortsbeirat im Ortsbezirk 7 alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, jeder Form von Ausländerfeindlichkeit und Rassismus sowie jeder Form von Gewalt mutig und sichtbar entgegenzutreten. Der Ortsbeirat fordert die politischen Entscheidungsgremien in Frankfurt dazu auf, mit konkreten Schritten gegen alle extremistischen Bestrebungen vorzugehen, die Aufklärungsarbeit aktiv zu fördern und sich, soweit rechtlich möglich, für ein Verbot extremistischer Organisationen einzusetzen.

b) Die Resolution wird in den Schaukästen des Ortsbeirates ausgehängt.

Abstimmung:

Einstimmige Annahme