Lautstark gegen Rassismus durch Rödelheim

Am Sonntag zogen wir lautstark durch Rödelheim, um gegen Rassismus und für Solidarität zu demonstrieren. Mit Rufen "Frankfurt Nazifrei - am 1. Mai sind wir dabei" und anderen haben wir für die Blockaden der Nazi-Kundgebung am 1. Mai mobilisiert. Die Reaktion der Bevölkerung war sehr positiv. Wir waren eine kleine Gruppe mit 20 Leuten, aber die Stimmung war gut. Wir haben Plakate aufgehängt mit vielen Sprüchen zu Rassismus und Neofaschismus. Diese werden gerade noch einmal vermehrt und ab morgen wieder aufgehängt. Wir finden, solche Aktionen sollte man viel öfter im Stadtteil machen - die Leute fandens toll...;-)
Hier noch einmal der Aufruf:



Liebe Rödelheimerinnen und Rödelheimer,
Liebe Nachbarn,
wir rufen euch auf, am 14. April 2013 mit uns gemeinsam für einen solidarischen, respektvollen Umgang in unsrem Stadtteil auf die Straße zu gehen.
Viele Bürgerinnen und Bürger unseres Stadtteils sind beunruhigt, weil in letzter Zeit die Neofaschisten wieder aktiver in Erscheinung getreten sind.

  • die NPD Hessen hatte aufgerufen am jährlich vom Rödelheimer Bahnhof ausgehenden Ostermarsch teilzunehmen.
  • Im Westen Rödelheims waren und sind Bewohner besorgt um ihre Sicherheit, weil eine Neofaschistin der NSRM (Nationale Sozialisten Rhein Main), die schon wegen Gewaltdelikten auffällig wurde, eingezogen ist.
  • Die NPD plant für den 1. Mai 2013 einen Aufmarsch in Frankfurt.

Vor dem Hintergrund der skandalösen Enthüllungen um die neofaschistische Terrorgruppe NSU, der der Mord an zehn Menschen und mindestens ein Bombenanschlag zur Last gelegt wird, ist es mehr als verständlich, dass die Bevölkerung verunsichert ist. Ein Skandal ist dabei die Rolle der Polizei und des Verfassungsschutzes bei diesen Morden. Fast täglich erhalten wir neue Informationen über die staatliche Unterstützung der Neonazis und Verwicklung staatlicher Organe mit dieser Terrorbande.

In Rödelheim leben über 17 000 Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen, mit verschiedenen religiösen Weltanschauungen und Lebenswegen. Die absolute Mehrheit sind abhängig Beschäftigte, es gibt kleine Gewerbetreibende und eine Mittelschicht. Wir alle sind von den Auswirkungen der so genannten Hartz-Gesetze und der Krise betroffen: seien es steigende Preise, vor allem die steigenden Mieten, seien es Reallohnverluste. Viele von uns sind mit Entlassungen und Kürzungen konfrontiert. Die aktuell beschlossenen Sparmaßnahmen der Stadt Frankfurt tun ihr Übriges für die Verschlechterung der öffentlichen Versorgung.

In dieser Situation erkennen viele, dass jede Spaltung nur zu unserem Nachteil sein kann. Nur durch Solidarität und Zusammenhalt werden wir es schaffen, unseren Interessen starken Ausdruck zu verleihen. Vereinzelte Stimmen werden kaum gehört, sprechen wir aber erst mit einer Stimme, wird diese nicht zu überhören sein.

Wer hat ein Interesse daran, uns gegeneinander aufzuhetzen? Wer hat einen Nutzen davon, wenn wir uns gegenseitig bekämpfen?

Ob Muslim oder Christ, ob ein Mensch mit deutschem oder ausländischem Pass, weder die Weltanschauung noch die Kleidung, sollten Gründe sein, um uns Lohnabhängige, Arbeiterinnen und Arbeiter und Werktätige gegeneinander ausspielen zu lassen.

In diesem Zusammenhang finden wir es auch unsäglich, dass die CDU im Ortsbeirat 7 (Rödelheim) und Ortsbeirat 6 (Höchst) einen Antrag beim Magistrat zur Überprüfung von so genannten „Ehrverbrechen“ eingebracht hat. Die FDP und die Grünen haben dem Antrag zugestimmt. Die Linke und die SPD haben ihn abgelehnt.

Mit diesem CDU-Antrag ist unserer Auffassung nach nichts anderes als das Ziel verbunden, eine Stimmung der Angst und des Misstrauens in unserem Stadtteil zu säen. Sollen Nachbarn, Kollegen und Eltern sich ab jetzt misstrauisch beäugen, weil sie im Anderem potentielle Gewalttäter oder ähnliches sehen? Die CDU will damit nichts als Angst verbreiten und meint, „die Scheinwelt einer angeblich gelungenen Migrationspolitik“ würde zusammenbrechen, wenn nicht etwas unternommen würde.

Auch die Versuche, das Schild am Hausener Weg mit der Aussage: „Rödelheim - Stadtteil gegen Rassismus“ wieder zu entfernen, zeugen nur von dem mangelnden Willen, einen positiven Ansatz zum solidarischen Miteinander im Stadtteil zu finden. Selbstverständlich verweist das Schild sowohl auf den bestehenden Rassismus, als auch auf den Kampf gegen den Rassismus in unserem Stadtteil. Dass rassistische Ressentiments eher geschürt, als abgeschafft werden, dafür sorgt z.B. die CDU. Es gibt aber auch viele Beispiele für konstruktive Ansätze im Stadtteil. Das Schild bringt beide Realitäten zum Ausdruck.

Wir möchten am Sonntag, 14.04.2013 um 14 Uhr gemeinsam in Rödelheim demonstrieren, dass wir gegen jegliche Spaltung sind und uns nicht gegeneinander ausspielen lassen. Es sollen sichtbare Zeichen an ausgewählten Plätzen in Rödelheim angebracht werden, damit unser Anliegen nachhaltig wirkt.

Also kommt zahlreich und bringt Instrumente, Schilder und Banner mit:

Für ein solidarisches Rödelheim! Gegen Rassismus und Spaltung!

Sonntag, 14.04.2013,

14 Uhr

Alt-Rödelheim 12

Weitere Termine:

Donnerstag, 11. April 2013, 19 Uhr

Staat und Nazis Hand in Hand!

Türkisches Volkshaus Halkevi

Werrastr.29, Frankfurt West

(Eine Veranstaltung des Internationalistischen Aktionsbündnisses Frankfurt)

 

Mittwoch, 24. April 2013, 19:30 Uhr

Die Lügen der NPD! Die Demagogie der Faschisten verstehen.

Studierendenhaus – Campus Bockenheim, Raum 2

(Eine Veranstaltung der junge-welt-Initiative Frankfurt)

 

Mittwoch, 01. Mai 2013

Neofaschisten gemeinsam blockieren!

Den 1.Mai, Kampftag der Arbeiterinnen und Arbeiter verteidigen!

(Informationen zum Treff- und Zeitpunkt etc. bei Zusammen e.V.)

 

Inforamtionen bei:

Zusammen e.V., Alt-Rödelheim 12, 60 489 Frankfurt am Main

www.zusammen-ev.de

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Telefon: 069/ 37300389

Telefax: 069/37300390

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 13 Uhr – 18 Uhr